Funkfrequenzen

Verwaltungsvorschriften für Frequenzzuteilungen in Deutschland (VVnömL)

Funkmikrofone dienen der einseitigen drahtlosen Übertragung von Sprach-, Musik- oder Tonsignalen und kommen z. B. bei Programmproduktionen, bei Musikveranstaltungen, Theateraufführungen, in Kirchen, in Kongress- oder Schulungsräumen oder im privaten Bereich zum Einsatz.

Bei Veranstaltungen sowie bei Rundfunk- und Bühnenproduktionen können je nach Bedarf Regieanweisungen, Kommandosignale oder der Live-Ton in einen am Ohr getragenen Kleinstempfänger übertragen werden (In-Ear-Monitoring). Die Empfänger von Funkmikrofonen werden auch in Kameras eingesetzt oder am Körper getragen. Funkmikrofon-Sender können auch in Musikinstrumenten eingesetzt werden.

Funkmikrofone genießen keinen Schutz vor Beeinflussungen durch gleichberechtigte Anwender. Die verschiedenen Betreiber müssen den Einsatz der Funkmikrofone vor Ort untereinander koordinieren. Für das Betreiben von Funkmikrofonen wurden Allgemeinzuteilungen für mehrere Frequenzbereiche erlassen. Für Einzelzuteilungen sind für Funkmikrofone Frequenzen aus den folgenden Frequenzbereichen zugewiesen:

863 MHz - 865 MHz 
Der sogenannte ISM - Frequenzbereich sind bis zum 31.12.2023 europaweit anmelde- und gebührenfrei allgemein zugeteilt. Damit ist er prädestiniert für nicht professionelle Anwender wie semi-professionelle Bands, kleine Verleiher oder im Rahmen von Privatveranstaltungen. Je nach Umgebungsbedingungen und Qualität der Funkstrecke sind hier bis zu vier Anlagen parallel einsetzbar. Die max. Sendeleistung darf 10mW nicht überschreiten. (Verfügung 47/2013)

823 MHz – 832 MHz
Die Mittenlücke oder auch Duplexlücke ist für drahtlose Mikrofone und Durchsagefunk allgemein zugeteilt. Die Frequenzen zwischen 823 MHz und 832 MHz können anmelde.- und gebührenfrei genutzt werden. Die max. Sendeleistung darf 50mW betragen. (Verfügung 23/2011)

470 MHz – 608 MHz und 614 MHz - 790 MHz
Seit August 2014 können die Frequenzen 470 MHz – 608 MHz und 614 MHz - 790 MHz für professionelle drahtlose Produktionen sowohl für Festinstallationen als auch für Touring- Sound anmelde und gebührenpflichtig genutzt werden. Die Betriebsfrequenzen werden vom Frequenzzuteilungsinhaber selbst ausgewählt. Frequenznutzungen von Funkmikrofonen dürfen keine Störungen bei Anwendungen primärer Funkdienste verursachen und genießen keinen Schutz vor Beeinträchtigungen durch Anwendungen primärer Funkdienste. Verursachen Frequenznutzungen von Funkmikrofonen Störungen bei Anwendungen primärer Funkdienste, ist die störende Frequenznutzung sofort zu beenden. (Verwaltungsvorschrift nichtöffentlicher mobiler Landfunk – VV nömL 2014)

Es werden für die im Frequenzbereich 470 – 790 MHz erforderlichen Genehmigungen Gebühren und Abgaben erhoben. Pro Antrag werden bei einer Laufzeit von 10 Jahren 130,- € fällig, jeder genehmigte Sender kostet ca. 10 € im Jahr. Weitere Informationen finden Sie bei den zuständigen Außenstellen der Bundesnetzagentur.

Information der Obersten Fernmeldebehörde Österreich

Frequenzbereich 470 - 790 MHz (Sekundärbetrieb durch Funk-Mikrofone)
Im Frequenzbereich 470 – 790 MHz bleibt die Situation für Funk-Mikrofone grundsätzlich unverändert. Allerdings sind zwischen den TV Kanälen keine Frequenzlücken mehr verfügbar. Auf der anderen Seite bestehen im GE06-Plan zwischen den großräumigen TV Planeintragungen regional begrenzte, ungenutzte Kanäle („White Spaces"), welche durch Funk- Mikrofone genutzt werden können. Die entsprechende Funkschnittstelle FSB-LT009 ist auf der Internetseite des bmvit veröffentlicht. Durch die Umstellung auf das digitale terrestrische Fernsehen kann das für Funk-Mikrofone nutzbare Frequenzspektrum in einigen Gebieten, insbesondere im Bereich der Staatsgrenzen durch die grenzüberschreitende Nutzung von DVB-T eingeschränkt sein. Die derzeit in Betrieb befindlichen und geplanten TV-Sender sind auf der Internetseite der RTR GmbH veröffentlicht.

Frequenzbereich 790 - 862 MHz (Zukünftiger Mobilfunkbereich)
Der Frequenzbereich 790 - 862 MHz wird in Zukunft nicht mehr für Funk-Mikrofone zur Verfügung stehen. Aufgrund der Nutzung durch Mobilfunk ist eine Sekundärnutzung dieses Frequenzbereichs durch Funk-Mikrofone in Zukunft nicht mehr möglich. Aufgrund des Beschlusses der Kommission vom 6. Mai 2010 über harmonisierte technische Bedingungen für die Nutzung des Frequenzbandes 790 - 862 MHz für terrestrische Systeme, die elektronische Kommunikationsdienste in der Europäischen Union erbringen können und der Ministerratsentscheidung Nr. 67/52 vom 14. Juli 2010 ist in Österreich die Vergabe der „Digitalen Dividende" im Laufe des Jahres 2011 / Anfang 2012 geplant. Im Duplexfrequenzbereich des Mobilfunks 791 – 821 MHz und 832 - 862 MHz werden Funk- Mikrofone nur mehr maximal bis Ende des Jahres 2011 befristet bewilligt. Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, Sektion III, Bereich Telekom - Post, 1030 Wien, Ghegastraße 1 Seite 1

Frequenzbereich 823 – 832 MHz (Exklusivnutzung durch professionelle Funk-Mikrofone)
Die Duplexlücke im Mobilfunk von 823 - 832 MHz wird zukünftig exklusiv den Funk-Mikrofonanwendungen unter denselben technischen Bedingungen wie im Frequenzbereich 470 - 790 MHz zur Verfügung stehen. Diese Entwicklungen sind auch in der letzten Novelle zur Frequenznutzungsverordnung vom 24. Feber 2011, BGBl. II Nr. 068/2011 abgebildet.

Weitere alternative Frequenzbereiche für Funk-Mikrofone
863 - 865 MHz sind ein europaweit harmonisierter Frequenzbereich. Die entsprechende Funkschnittstelle Sub-Class 46 ist auf der Internetseite des ECC veröffentlicht.

Bundesamt für Kommunikation BAKOM Schweiz

Ab 2013 benötigen sie für die Nutzung ihres Geräts voraussichtlich keine Konzession mehr. Das BAKOM lanciert diesen Sommer ein Revisionsprojekt für die Verordnungen, die festlegen, welche Geräte nicht konzessionspflichtig sind. Die Änderungen, die beispielsweise auch den Jedermannsfunk (CB) und den Radar auf Binnenschiffen betreffen, sollten am 1. Januar 2013 in Kraft treten.

Die entsprechenden technischen Schnittstellenanforderungen werden erst bei Inkrafttreten der revidierten Verordnungen angepasst, d.h. am 1. Januar 2013. Drahtlose Mikrofone Die Revision der gesetzlichen Grundlagen ermöglicht ab Anfang 2013 die konzessionsfreie Nutzung von bestimmten Frequenzbändern in der Schweiz.                                  

Die Nutzung des Frequenzbandes 470 - 782 MHz durch drahtlose Mikrofone mit einer Leistung zwischen 50 mW und 250 mW (RIR1013-20) bleibt auf bestimmten Frequenzen weiterhin möglich (siehe RIR 1009-11).

Ab nächstem Jahr wird die Koordination der Frequenzen, die von drahtlosen Mikrofonen an besonderen Anlässen (z.B. Konzerte, Ausstellungen, Pressekonferenzen usw.) genutzt werden, nicht mehr vom BAKOM übernommen. Das Amt greift auch bei Störungen, die bei der gleichzeitigen Nutzung derselben Frequenz durch zwei oder mehr drahtlose Mikrofone entstehen, nicht mehr ein. Die völlig störungsfreie Nutzung ist bei den für drahtlose Mikrofone verfügbaren Frequenzen nicht gewährleistet. Es ist somit Sache des Veranstalters, darauf spezialisierte Privatunternehmen zu beauftragen oder es den verschiedenen Nutzern vor Ort zu überlassen, sich zu einigen.

Die Weltfunkkonferenz 2012 (WRC-12) hat beschlossen, anlässlich der nächsten Weltfunkkonferenz (voraussichtlich 2015) die Mobilfunk- Allokation in der Region 1 auf das Frequenzband 694-790 MHz zu erweitern. Die geltenden technischen und reglementarischen Bedingungen sowie die Untergrenze des Frequenzbandes werden an der WRC-15 definiert. Zum jetzigen Zeitpunkt lässt sich nicht sicher sagen, wann dieser Entscheid Konsequenzen für die Schweiz hat. Realistisch gesehen ist jedoch in 5 bis 10 Jahren mit Auswirkungen auf die drahtlosen Mikrofone im Band 694-790 MHz zu rechnen.

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